ITF Masters 50: Clemens Weinhandl ist Weltmeister

Bei ungewohnten Bedingungen auf 2.400 Meter Seehöhe und einem extrem schnellen Sandbelag ging Clemens Weinhandl – obwohl Nummer zwei der Weltrangliste – als Nummer 5 gesetzt in den Bewerb. Dennoch gab es im 128er-Raster in Runde eins ein Freilos. In der zweiten Runde besiegte der Südburgenländer den Mexikaner Ivan Villa Rios ebenso in zwei Sätzen wie in Runde drei dessen Landsmann Luis Pliego Escoto. „Beide Partien dauerten aber knapp an die zwei Stunden, was in dieser Höhenlage schon ziemlich kräfteraubend war“, erzählt der BTV-Athlet. Im Achtelfinale wartete der Portugiese Henrique Assis, der in den Runden zuvor sehr überzeugende Siege eingefahren hatte. Weinhandl siegte dennoch souverän mit 6:1, 6:4.
Im Viertelfinale wartete mit dem an Nummer vier gereihten Sebastian Jackson ein harter Brocken. Weinhandl knallte den Briten einen beinahe fehlerlosen ersten Durchgang um die Ohren: 6:0. Nach einer langen Regenunterbrechung ging der Rhythmus und auch Satz zwei verloren. Der Entscheidungssatz stand auf Messers Schneide. Ein Break zugunsten des Burgenländers entschied. Das 6:3 bedeutete gleichzeitig, dass die angepeilte Medaille gesichert war.
Ins Semifinale startete Weinhandl gegen den Argentinier Juan Fernandez denkbar schlecht. Nach einem 1:5-Rückstand entwickelte sich ein Spiel auf sehr hohem Niveau, das mehr und mehr in Richtung Clemens Weinhandl lief. „Es war wohl meine beste Leistung bei diesen Weltmeisterschaften. Ich konnte die intensiven Rallyes für mich entscheiden und schließlich gewinnen“, so der frischgebackene Weltmeister.
Im Endspiel bot sich für Clemens Weinhandl die Chance sich an Bart Beks (NEL) für die Zwei-Satz-Niederlage beim M1000-Turnier in Manavgat (Türkei) zu revanchieren. Burgenlands Tennisgröße machte ein frühes Break ebenso wett wie zwei Satzbälle bei Stand von 4:6 im Tiebreak. „Nach dem 8:6 konnte ich im zweiten Satz noch befreiter aufspielen“, berichtet Weinhandl. Zwar blieben bei 5:1 noch zwei Matchbälle ungenutzt, doch wenig später hieß es 7:6, 6:3 und der Weltmeistertitel war eingefahren. „Besonders schön war, dass viele Freunde vor Ort waren“, konnte der neue Weltmeister seine Siegesfreude teilen. „Es waren unvergessliche Tage in Mexiko. Die Emotionen waren riesig.“
Der Sieg in Mexiko brachte neben dem Weltmeistertitel („Der war zwar mein großes Ziel, aber das es gerade bei den schwierigen Bedingungen in Mexiko klappt, hätte ich nicht gedacht.“) auch die Führung in der Weltrangliste 50+. Zwei weitere Meilensteine in der erfolgreichen Karriere des Oberwarters, der zuvor schon zwei Jahre lang die Rangliste bei den 45ern anführte und auch schon WM-Silber erspielen konnte.
Detailergebnisse:
World Individual Championships (50, 55,60) 2024 Tournament | ITF (itftennis.com)